Ein Instrument mit langer Geschichte
Das Akkordeon ist ein Harmonieinstrument. Das bedeutet, dass man damit nicht nur Melodien spielen, sondern gleichzeitig Akkorde greifen und sich selbst begleiten kann. Diese wichtige Eigenschaft teilt es mit der Gitarre und dem Klavier.
Wie funktioniert die Tonerzeugung?
Der Klang entsteht durch Luft; allerdings nicht durch Hineinblasen. Stattdessen erzeugt der Spieler mit Hilfe des Blasebalg in der Mitte einen Luftstrom durch permanente Bewegung der Arme. Dieser Luftstrom bringt im Inneren des Instruments sogenannte Stimmplatten zum Schwingen. Man kann sich das Akkordeon vereinfacht als handliche Miniatur-Orgel vorstellen: Anstelle riesiger Orgelpfeifen arbeitet es mit kompakten Metallzungen.
Piano- oder Knopfakkordeon?
Für Kinder in Deutschland empfehlen die meisten Lehrer das Pianoakkordeon: Die schwarz-weiße Tastatur ist vertraut, die Orientierung fällt leichter, und der Unterricht ist breiter verfügbar. Das Knopfakkordeon bietet ergonomische Vorteile für Fortgeschrittene, für den Einstieg ist es aber ungewohnter. Wie es ein erfahrener Akkordeonlehrer formuliert: „Die Pianotastatur gehört zu unserem traditionellen Kulturinventar und stützt den Umgang mit notierter Musik."
Das Akkordeon in verschiedenen Kulturen
In Deutschland wird das Akkordeon oft ausschließlich mit volkstümlicher Musik in Verbindung gebracht, doch das greift zu kurz. Das Instrument ist in unzähligen Kulturen zu Hause: Tango in Argentinien, Musette in Paris, Zydeco in Louisiana, Folklore auf dem Balkan. Wer Akkordeon spielt, hat theoretisch Zugang zu einem der reichsten und vielfältigsten Repertoires der Weltmusik, doch dafür bedarf es zunächst einer hohen Hingabe in Form unzähliger Übungsstunden.