Westerngitarre für Kinder

Westerngitarre für Kinder

Kräftiger Klang, Stahlsaiten, breites Repertoire — die Westerngitarre für Kinder, die Country, Folk oder Acoustic Pop lieben.

Alter Ab 9–10 Jahre empfohlen
Saiten Stahl — kräftiger Klang, anfangs schmerzhafter
Preis Ab ca. 100–200 € für Schülerinstrumente
Stile Country, Folk, Blues, Singer/Songwriter, Pop
Lernkurve Erste Akkorde in Tagen möglich, Notenlesen nicht erforderlich

Was die Westerngitarre von der Konzertgitarre unterscheidet

Die Westerngitarre, auch Stahlsaitengitarre ('Steelstring') oder einfach nur Akustikgitarre (Acoustic) genannt, klingt kräftiger und heller als die Konzertgitarre. Der Korpus ist größer und voluminöser, was sich auf. den Klang auswirkt. Der Hals ist hingegen schmaler als bei der Konzertgitarre, was manche Grifftechniken erleichtert, andere wiederum schwieriger macht.

Stahlsaiten — ein wesentlicher Unterschied

Die Stahlsaiten geben der Westerngitarre ihren charakteristischen, brillanten Klang. Für Anfänger bedeuten sie jedoch: Schmerz zu Beginn, bis sich Hornhaut gebildet hat.

Westerngitarre Schallloch Detail

Typisches Repertoire der Westerngitarre

Singer/Songwriter, Acoustic Pop, Country, Bluegrass, Folk, Blues — das sind die Kerngebiete der Westerngitarre. Nahezu alle großen Singer/Songwriter von Bob Dylan bis Taylor Swift spielen Westerngitarre als wichtigstes Begleitinstrument zum Gesang. Wenn Ihr Kind träumt, eigene Lieder zu schreiben und zu singen, ist die Westerngitarre neben dem Keyboard noch immer die erste Wahl.

Kaufberatung Westerngitarre

Kaufen Sie im Musikfachgeschäft und lassen Sie das Kind die Gitarre vor dem Kauf in die Hand nehmen. Entscheidend ist, ob das Kind bequem über den Korpus greifen kann und ob der Hals gut in der Hand liegt. Eine zu große Gitarre für ein zu kleines Kind könnte die Motivation nachhaltig dämpfen.

Empfehlenswerte Einstiegsmarken

Markenhersteller wie Yamaha, Fender oder Ibanez bieten ihre Einstiegsmodelle ab etwa 150 € an. Man findet zum Einstieg auch deutlich günstigere Instrumente von 'Discount-Herstellern'. Oft handelt es sich dabei um Eigenmarken der großen Musikalienhändler in Deutschland (made in very far away...). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass 'no-name Instrumente' oft aus derselben fernöstlich gelegenen Fabrik kommen, wie die Instrumente eines 'Markenhertsellers'. Ich rate dennoch davon ab, mit dem Preis unter die 80 Euro zu gehen. Allzu billige Instrumente sind meist aus minderwertigem Material gefertigt (beispielsweise aus 'frischem Holz', welches sich innerhalb weniger Monate heftig verziehen kann, was die Intonation und die Bespielbarkeit des Instruments signifikant beeiniträchtigen wird). Wenn Sie wissen, was Sie wollen, können Sie Instrumente auch online kaufen, aber bitte bei einem seriösen Musikalienhändler!

Westerngitarre Wirbelkasten

Westerngitarre — Hörbeispiel 1

Ein einfaches Picking ('Zupfmuster')

Westerngitarre — Hörbeispiel 2

'Strumming'

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist die Westerngitarre geeignet?

Ab etwa 9–10 Jahren, wenn die Finger kräftig genug sind, um Stahlsaiten dauerhaft zu drücken. Für jüngere Kinder ist die Konzertgitarre (Nylonsaiten) der sanftere Einstieg.

Tun Stahlsaiten wirklich weh?

Anfangs ja — die Fingerkuppen sind noch nicht an den Druck gewöhnt. Nach einigen Wochen regelmäßigen Übens bildet sich Hornhaut und der Schmerz verschwindet. Bei Konzertgitarren (Nylonsaiten) ist dieser Effekt deutlich geringer.

Kann man auf einer Westerngitarre klassische Musik spielen?

Grundsätzlich ja, aber sie ist dafür nicht optimiert. Der schmalere Hals und die Stahlsaiten sind auf Akkord-Spiel und Fingerpicking im Folk- und Country-Stil ausgerichtet. Für klassische Musik empfiehlt sich die Konzertgitarre.

Brauche ich einen Verstärker?

Für eine rein akustische Westerngitarre nicht. Es gibt auch Elektro-Akustik-Modelle mit eingebautem Tonabnehmer, die man bei Bedarf verstärken kann — aber für den Unterricht ist das nicht notwendig.

Ich möchte noch mehr Details!

Die Westerngitarre (im englischen einfach nur als "Acoustic" oder "Steelstring" bezeichnet) ist weltweit die am weitesten verbreitete Gitarrenart. In der angelsächsischen Welt (England, USA, Australien) greift man auch zum Einstieg fast immer zur Westerngitarre, da sie ganz fest mit den dort populäreren Musikstilen wie Rock, Blues, Country und Singer/Songwriter verknüpft ist. In Deutschland hingegen beginnen die meisten Einsteiger traditionell mit der Konzertgitarre — das hat aber nichts mit Können oder Fortschritt zu tun, sondern ist schlicht eine kulturelle Angelegenheit.

Stahlsaiten — was bedeutet das in der Praxis?
Stahlsaiten schneiden zu Beginn deutlich stärker in die Fingerkuppen ein als die weichen Nylonsaiten einer Konzertgitarre und üben außerdem einen stärkeren Saitenzug aus. Das klingt zunächst einmal abschreckend, vergeht aber schnell. Es bildet sich schnell eine Hornhaut, und nach einigen Wochen regelmäßigen Übens ist der anfängliche Schmerz verschwunden und vergessen. Daher empfiehlt sich die Westerngitarre eher für Kinder ab 10 Jahren, die bereits etwas Erfahrung mit einer Konzertgitarre gesammelt haben.

Spieltechnik und Klang
Eine Westerngitarre klingt brillanter und voller als eine Konzertgitarre — besonders wenn man die Saiten mit einem Plektrum anspielt, entweder als Strumming (alle Saiten gleichzeitig) oder als Picking (einzelne Saiten). Es gibt aber auch zahlreiche Fingerpicking-Stile für die Westerngitarre, die sich grundlegend von der klassischen Spieltechnik der Konzertgitarre unterscheiden.

Für welche Musik eignet sich die Westerngitarre?
Kurz gesagt: für nahezu alles außer Klassik und Flamenco. Folk, Country, Blues, Rock, Pop, Singer/Songwriter — all das klingt auf einer Westerngitarre einfach „richtig". Taylor Swift, Ed Sheeran, Bob Dylan, die Rolling Stones (deren akustische Songs) — das alles sind Westerngitarren. Wer den Sound dieser Künstler anstrebt, ist mit einer Westerngitarre besser bedient.